Die Ursprünge der Praline sind historisch nicht ganz eindeutig. Sowohl Franzosen, Belgier und Deutsche behaupten, Erfinder der Praline zu sein. Geht es nach Letzteren, wurde die erste Praline in Regensburg erstellt. Sie soll als Zufallsprodukt eines französischen Kochs in Diensten eines Deutschen entstanden sein.

Geschichte der Praline - Reichstag

Immerwährender_Reichstag zu Regensburg 1663, Kupferstich

Ende des 17. Jahrhunderts residierte in Regensburg der immerwährende Reichstag, ein politischer Kongress mit Vertretern der 350 deutschen Einzelstatten und Fürstentümer. Auch Ludwig XIV., der Sonnenkönig, schickte einen Abgesandten in die bayerische Stadt, Herzog de Choiseul du Plessis-Praslin. Die mühselige Kongressarbeit sollte den Teilnehmern mit einer besonderen Spezialität, dem „Reichstagskonfekt“ versüßt werden. Der Überlieferung nach sollen einige der überzückerten Nüsse und Mandeln in flüssige Schokolade gefallen sein. Der Koch Clémont Jaluzot macht aus der Not eine Tugend und verkaufte den Unfall als spezielle Kreation. Zu Ehren des französischen Vertreters Plessis-Praslin bekam das Produkt den Namen Praline.

Fragt man belgische Confiseure erhält man freilich eine andere Version erzählt. Danach sind die Pralinen dem Brüsseler Schokoladenfabrikanten Jean Neuhaus zu verdanken, dem Nachfahren eines ausgewanderten Schweizers. 1912 soll er zum ersten Mal eine zur Kugel geformte Mandel-Nuss-Masse mit Schokolade überzogen haben. Wieso er seine Kreation Praline nannte, ist nicht überliefert worden.

Wem auch immer wir die Praline zu verdanken haben, ist aber eigentlich nebensächlich. Die Praline trat ihren Siegeszug als größte kulinarische Versuchung an und tut es bis heute.